DHB-Silberschild 2026

Herzschlagfinale in Hanau: Hessen macht das historische Silberschild-Triple perfekt

Andreas Grabowski

01. October 2026

Am letzten Septemberwochenende versammelte sich die deutsche Seniorenhockey-Elite der M50 beim 1. Hanauer THC, um den traditionsreichen DHB-Silberschild auszuspielen. Nach zwei intensiven Turniertagen auf der malerischen Anlage an der Parkpromenade durfte der Gastgeber erneut jubeln: Die Auswahl Hessens verteidigte ihren Titel in einem an Dramatik kaum zu überbietenden Finish, stellte den historischen Rekord der Berliner Auswahl (2017–2019) ein und sicherte sich zum dritten Mal in Serie die begehrte Trophäe.

Wie bereits im Vorjahr funktionierte das Zusammenspiel zwischen dem Hessischen Hockey-Verband (HHV) und dem Ausrichter 1. Hanauer THC reibungslos. Ein besonderer Garant für den reibungslosen Ablauf saß dabei am Regiepult: Die Turnierleitung lag wie im letzten Jahr in den bewährten Händen von Bettina Bürkle und Hans-Günther Weber, die das Geschehen jederzeit mit absoluter Sicherheit, Ruhe und Übersicht souverän steuerten.

Initiiert und mit großem Engagement geführt von Carsten Eimer, präsentierte sich der 1. Hanauer THC als herausragender Gastgeber. Die vereinseigene Gastronomie sowie die tatkräftige und lückenlose Unterstützung durch den Förderverein sorgten dafür, dass es den Aktiven und Betreuern an nichts fehlte. Auch die sportliche Infrastruktur bot allerbestes Niveau: Beide Kunstrasenplätze befanden sich in optimalem Zustand, insbesondere der neue Platz bot hervorragende Voraussetzungen für technisch sauberes Hockey. Abgerundet wurde das Wochenende durch echtes Kaiserwetter: Sommer und Sonne satt begleiteten das gesamte Geschehen.

Dass die Hessen am Ende ganz oben standen, war auch das Ergebnis exzellenter Vorarbeit: Wieder einmal bewiesen Hans-Günther Weber und Viktoria „Vicky“ Krüger bei der Zusammenstellung des hessischen Kaders ein überragendes Näschen für die richtige Mischung aus individueller Klasse, Athletik und Teamgeist. An der Seitenlinie vertrat Aushilfscoach Sven Schäfer die Chefposition mit Bravour und führte das Team taktisch klug durch das anspruchsvolle Turnier – aus dem schönsten aller Gründe: Vicky Krüger war erst wenige Tage zuvor Mutter geworden. Auf diesem Wege nochmals die herzlichsten Glückwünsche aller Turnierteilnehmer an die junge Familie!

Aufgrund des 7er-Teilnehmerfeldes wurde das Turnier im Modus „Jeder gegen Jeden“ ausgetragen. Dieser Modus erwies sich als echter Glücksgriff für die Turnier-Dramaturgie. Nachdem am Samstag 12 packende Partien absolviert worden waren, zeigte die Zwischentabelle die enorme Leistungsdichte: Gleich fünf Landesverbände, Hessen, Berlin, Niedersachsen, der Westen und auch Rheinland-Pfalz/Saar (RPS), lagen am Samstagabend vor dem Festabend im Clubhaus eng beieinander und hatten am Sonntagmorgen noch theoretische bzw. reale Chancen auf den Turniersieg.

Der Sonntag entwickelte sich daraufhin zu einem echten Hockey-Krimi:

  1. Niedersachsen setzt ein Ausrufezeichen: In der Auftaktpartie des Sonntags bezwangen die Niedersachsen die starke Auswahl des Westens, kletterten mit 11 Punkten aus fünf Partien an die Tabellenspitze und setzten die Konkurrenz gewaltig unter Zugzwang.

  2. Der Klassiker Hessen gegen Berlin: Im direkten Aufeinandertreffen zweier Titelanwärter behielt Hessen die Nerven. Mit einem couragierten Auftritt siegte Hessen gegen Berlin und zog nach Punkten (10 Zähler) mit den Hauptstädtern gleich.

  3. Der Westen und RPS nehmen sich die Punkte: Die westdeutsche Auswahl und Rheinland-Pfalz/Saar benötigten in ihrem direkten Duell zwingend Zählbares, um im Titelrennen zu bleiben. Das umkämpfte Remis zwischen dem Westen und RPS sorgte schließlich dafür, dass beide Verbände aus der Entscheidung um Platz 1 ausschieden.

  4. Hessens Zitterpartie gegen Hamburg: Nun richteten sich alle Blicke auf das Duell zwischen Hessen und Hamburg. Die Hessen bissen sich an der extrem stabilen hanseatischen Defensive lange Zeit die Zähne aus. Erst eine glänzende Einzelleistung erlöste die Gastgeber und brachte das goldene 1:0. Damit demonstrierte Hessen eindrucksvoll, warum der Titel in den vergangenen zwei Jahren an sie gegangen war, und legte an der Tabellenspitze vor.

Vor dem aller letzten Turnierspiel zwischen Niedersachsen und Berlin war die Ausgangslage elektrisierend:

  • Ein Sieg Niedersachsens hätte den Niedersachsen erstmals den Silberschild beschert.

  • Bei einem Unentschieden oder einem Berliner Sieg mit weniger als 7 Toren Differenz würde der Titel bei Hessen bleiben.

  • Nur ein kaum für möglich gehaltener Kantersieg mit mindestens 7 Toren Vorsprung hätte Berlin noch ganz nach oben katapultieren können.

Berlin zeigte im Abschlussmatch eine hochkonzentrierte Leistung und siegte verdient mit 2:0 gegen Niedersachsen. Dieser Spielausgang reichte den Berlinern zwar zur Vizemeisterschaft, der Turniersieg aber blieb in Hessen: Mit hauchdünnem Vorsprung im Torverhältnis bzw. im direkten Vergleich hielt Hessen Platz 1 fest.

Damit feierten die Hessen ihren dritten Erfolg in Serie (2024, 2025, 2026) und stellten den Rekord der Berliner Turniersiege aus den Jahren 2017 bis 2019 ein. Den feierlichen Abschluss bildete die Siegerehrung: Die neu gewählte Präsidentin des Hessischen Hockey-Verbandes, Sibylle Wilfer, ließ es sich nicht nehmen, persönlich anwesend zu sein. Unter dem herzlichen Applaus aller Mannschaften überreichte sie die Urkunden, die Pokale und schließlich den traditionsreichen DHB-Silberschild an den alten und neuen Champion Hessen.

Endstand DHB-Silberschild 2026 (Hanau)

  1. Hessen (DHB-Silberschild-Sieger 2026 & Titel-Triple)

  2. Berlin (Vizemeister)

  3. Niedersachsen

  4. Westdeutschland (WHV)

  5. Rheinland-Pfalz / Saar

  6. Hamburg

  7. Baden-Württemberg

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Andreas Grabowski